Schneider lehnt Tankrabatt für Airlines ab
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) erteilte den Forderungen in derselben Sendung eine Absage. Es gehe um Kontinuität, so Schneider im Bericht aus Berlin. “Wir können exogene Schocks wie einen Krieg in Iran nicht komplett ausgleichen.” Der Staat könne nicht alle Probleme finanziell lösen. Deshalb sei Kontinuität auch beim CO2-Preis entscheidend.
Wenn man für Klimaschutz ist, muss man ja eigentlich für ein Verbot von jeglichen nicht lebensnotwendigen Flügen sein.
Klimafreundlichen Massenflugtourismus mit Jets gibt’s nicht, und wird es auch mit heutiger Technik nicht bezahlbar geben. Jegliche Versprechungen in andere Richtungen sind Greenwashing. Das beste, was wir für Fernreisen haben, sind Schnellzüge, Schiffe, und Zeppeline.
Klar, nur kannst du anders herum auch nicht den Leuten von jetzt auf gleich den Hahn zudrehen.
Sinnvoll ist ja (mal wieder) genau das, was Habeck und Co gemacht haben: Versorgung kurzfristig sichergestellt und langfristig neue Gesetze erlassen, die Erneuerbare fördern.
Dass Problem ist, dass dieser (habecksche) Ansatz inzwischen so lange verschleppt wurde, dass wir nicht mehr die notwendige Zeit dafür haben. Und das wissen wir auch nicht erst seit gestern.
Klar, nur kannst du anders herum auch nicht den Leuten von jetzt auf gleich den Hahn zudrehen.
Das ist im Prinzip nicht falsch.
Es ist aber so lange effektiv als Argument gegen jegliche Veränderung geführt worden, dass nötige Veränderung völlig verschleppt wurde.
Und das wird meiner Einschätzung nach zu disruptiven Veränderungen führen, ob man will oder nicht.
Ein Beispiel ist die Ölversorgung: Wir sehen bereits Ölpreise von 150 USD / Barrel im Spotmarkt (d.h. der Markt für physisches Öl) und schwere Engpässe in Südasien. Das führt normalerweise zu langfristigen Investitionen, welche das Angebot erhöhen. Ich habe aber Zweifel, ob der Engpass ausgeglichen wird, denn mittelfristig (sagen wir in 10-15 Jahren) wird ein erheblicher Teil der Ölnachfrage durch Solar,Wind, Elektroautos und Batterien ersetzt werden. Es ist daher sehr zweifelhaft, dass der Bedarf in den nächsten Jahren ausgeglichen wird, da sich das unter Umständen für Investoren gar nicht lohnt - eine Ölplattform in der Nordsee oder im Golf von Mexiko macht sich nicht in fünf Jahren bezahlt.
Ebenso ist, was das Fliegen betrifft, der Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) einfach eine gigantische gesellschaftliche Fehlinvestition, die ihre Kosten nie einspielen wird.
Und dasselbe gilt individuell für Lebensstile, die von billigen Fernflügen abhängig sind.
Es ist aber so lange effektiv als Argument gegen jegliche Veränderung geführt worden, dass nötige Veränderung völlig verschleppt wurde.
Es ist ein Unterschied, ob ich Schocks wie jetzt oder den Krieg in der Ukraine abfedere oder ob ich das Argument 24/7 als Mittel verwende um jegliche Bewegung in die Richtung Erneuerbare zu verhindern.
Ja, der gesamten Gesellschaft, egal ob Privatperson oder Unternehmen, müssen die Daumenschrauben angezogen werden. Deswegen erwarte ich auch nicht, dass der Preis von Benzin etc. künstlich auf 1,50 € oder dergleichen gedrückt wird. Ich erwarte, dass eine grundlegende Versorgung sichergestellt ist, damit der Laden hier zumindest auf Sparflamme weiterlaufen kann. Ich habe nur meine Zweifel, ob das unter der Ägide von Blackrock-Merz und Gas-Kathie klappt.
Ich habe aber Zweifel, ob der Engpass ausgeglichen wird, denn mittelfristig (sagen wir in 10-15 Jahren) wird ein erheblicher Teil der Ölnachfrage durch Solar,Wind, Elektroautos und Batterien ersetzt werden.
Das ist ja schön für die Menschen in 10 bis 15 Jahren, hilft aber heute niemandem. Deswegen sehen wir ja gerade, dass die Länder in Südostasien Maßnahmen erlassen, um möglichst viel Energie einzusparen. Die aktuellen Engpässe werden mit jeglichen kurzfristigen Mitteln ausgeglichen werden. Werden deswegen aber bisher unrentable Ölquellen angezapft? Bestimmt nicht. Denn sobald sich die Lage wieder beruhigt sind diese Quellen nämlich wieder genau das: Unrentabel.
Es ist ein Unterschied, ob ich Schocks wie jetzt oder den Krieg in der Ukraine abfedere.
Dazu dürfte man nicht die nationalen Ölreserven in wenigen Wochen verbraten, sondern müsste sie über die zu erwartenden Engpässe von mehreren Jahren strecken. Und den Umstieg auf Alternativen fördern, alssei der Leibhaftige hinter uns her, die Preise, auch für Lebensmittel, mit Energiegeld abfedern, und beides mit Steuern auf fossile Technik bezahlen.
Steuererleichterungen für Sprit sind kontraproduktiv.
Und überhaupt wollte man den Markt regeln lassen. Dann muss man das jetzt auch tatsächlich tun. Pleiten z.B. in der Luftfahrt- und Autoindustrie sind einfach die Konsequenz dieses Ansatzes. Die Alternative wäre ein staatlich geförderter zielgerichteter Umbau gewesen, wie China das gemacht hat.
Du schreibst gerade so, als würde ich den aktuellen Kurs der Regierung unterstützen. Tue ich allerdings eben nicht.
Du schreibst gerade so, als würde ich den aktuellen Kurs der Regierung unterstützen.
Das denke ich nicht, aber es könnte helfen, wenn Du klarer formulierst, was Du selber eigentlich befürwortest. (Ist ja übrigens das zentrale Problem der Regierung in der aktuellen Situation: Die reden um den heißen Brei rum, um nicht Realitäten benennen zu müssen.)
Wir müssen weltweit vorerst ca. 20% Treibstoff einsparen, das ist hammerviel, und entspricht kurzfristig wahrscheinlich sogar einer Vervielfachung der Preise.
Wie soll das konkret passieren? Auf unnötige Flüge verzichten erscheint mir ein guter erster Schritt, denn ich kenne absolut niemanden, der daran gestorben ist, dass er nicht in den Urlaub geflogen ist. Und wenn ich die Wahl habe, ob ich entweder was zu essen habe, oder andere Leute nach Mallorca fliegen und Teile der Wirtschaft zusammen brechen, würde ich sagen, dass Flüge unnötig sind.
Es ist ein Unterschied, ob ich Schocks wie jetzt oder den Krieg in der Ukraine abfedere
Eine Frage hier ist, wie man “den Schock abfedert”, ohne letztlich nur den Status quo weiter zu subventionieren. Der Ausdruck “den Schock abfedern”, den ja auch die Unionspolitiker lieben, suggeriert meinem Eindruck nach, dass es dann anschließend ganz normal weiter ginge, als wenn man beim Einparken einen Fiat 500 ein kleines bisschen angerempelt hat. Das geht aber nicht, weil wie gesagt, die Hochpreisphase mindestens Jahre dauern wird (das ist der Zeitraum, der für die Reparatur der Anlagen am Golf veranschlagt wird). Und die Preise werden steigen, denn momentan werden sie künstlich durch das Anzapfen der nationalen Reserven niedrig gehalten, die bei weitem nicht so lange reichen.
Und das auch unter dem Ausblick, dass Öl und Gas nicht unbedingt mehr so viel billiger werden dürften, dass sich solche Krisen in letzter Zeit merklich häufen - sie also eher zum Dauerzustand werden.
Und, dass es bei Flügen, wenn man das Klima schützen will, sowieso keine Alternative dazu gibt, unnötigen Flugverkehr zeitnah zu beenden - weil es eben eindeutig Stand jetzt keine klimafreundliche, massentaugliche, und auch nur ansatzweise bezahlbare Flugtechnik gibt. Denn die Leute und Unternehmen, die jetzt schon laut jammern, weil die Tickets mal 50 % oder 100% teurer würden, die würden ganz bestimmt kein Ticket bezahlen für einen Fernflug mit synthetischen e-Fuel-Flugbenzin, das 1000% oder 2000% teurer ist, nicht wahr?
Und da die Massen-Flugindustrie klimatechnisch völlig perspektivlos ist, gibt es auch keinen Grund, sie auch noch zu subventionieren und weiter künstlich ihr Leben zu verlängern. Nicht nur Wale, sondern auch unzeitgemäß gewordene Technologien muss man halt auch mal sterben lassen.
Das ist ja schön für die Menschen in 10 bis 15 Jahren, hilft aber heute niemandem.
Die Mehrheit hat eine Regierung gewählt, die es den Menschen kurzfristig bequem gemacht hat, unter Verzicht auf zukunftsgerichtete Politik, und jetzt müssen wir alle die Folgen davon bezahlen.
Das ist einfach die Realität. Das Geld, um Sprit für mehrere Jahre so zu subventionieren, dass man weiter machen kann, als wäre nichts, existiert nicht.
Du hast den Teil gelesen wo ich schreibe, dass es mir eben nicht darum geht den Preis künstlich zu drücken? Es geht mir darum Preisexplosion abzufedern.
Fähren allgemein ja, aber Kreuzfahrtschiffe sind sogar noch Klimaschädlicher als Flugreisen (und meist mit Anreise mit dem Flugzeug).
Richtig, daher habe ich “Schiffe” geschrieben, anstatt “Kreuzfahrtschiffe”. Letztere haben einen hohen Energieverbrauch aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit, die auf dem Wasser viel mehr Widerstand kostet. Schiffstransport an sich ist recht energieeffizient.





