Ich denke, mit einiger Anstrengung hätte man im momentanen Klima gute Chancen das Wort “Patriotismus” von den Rechten zu kapern, zumal sich diese ja im Augenblick nur all zu gern von “ausländischen Mächten” (Russland, USA, China) unterwandern oder ganz offen bezahlen lassen. Vielleicht ist es Zeit für linke Gesangs- und Schützenvereine.
Es ist Zeit Nazis zu boxen.
Naja, das ist ja generell immer der fall.
Ich will das Wort nicht.
Kann ich gut verstehen. Es wäre aber ein taktischer Vorteil.
Widerspricht aber linken Kernideen. Nationalstaaten sind ein Problem, weil sie Menschen auf Basis willkürlich gezogener Grenzen in wir und die einteilen. Patriotismus ist der Schirm, in dessen Schatten sein großer Bruder, der Nationalismus, gedeihen kann. Außerdem verschleiert Patriotismus die tatsächlich, materielle Trennung der Menschen. “Du und dein Boss haben nix gemeinsam bis auf das Deutschlandtrikot”
Kollektivbegriffe müssen sich auf die materiellen Bedingungen, nicht willkürliche Grenzen beziehen. Wir Lohnarbeiter müssen global zusammenhalten. Nicht wir Deutschen.
Einzige was cool ist, ist Lokalpatriotismus, solange er einladend ist: “Meine Stadt ist so cool, komm auch hier her.”
Würde ich aber eher als stolz und mögen und Lust es zu teilen einordnen. Patriotismus funktioniert nur über Abgrenzung.
Bei Lokalpatriotismus muss ich immer an Faschos denken, die ‘Ost, Ost, Ostdeutschland’ grölen.
Da hast du natürlich recht, aber ich denke, dass man den Begriff geschickt umdeuten kann - entleeren im Grunde. Mit “wir Deutschen” kann man natürlich überhaupt nichts anfangen, wohl aber mit “Menschen in Deutschland”. Patriotisch kann beispielsweise sein, wer sich für die Verbesserung der Lebendbedingung im Land einsetzt, inklusive der Verhinderung von Ausbeutung und dem Abbau materieller Unterschiede. Dass es dazu einer internationalen Zusammenarbeit bedarf, ist dann auch ganz selbstverständlich.


